Sabine Adam


Sabine Adam

Kursleiterin für die Region Dachau und Allach-Untermenzing
Tierärztin

 

Wir sitzen in unserer zweiten Zwergensprache-Kursstunde und während unsere Kursleiterin fleißig singt und Zeichen erklärt, beginnt meine 8 Monate alte Tochter plötzlich mit ihrer kleinen Hand wie wild zu gestikulieren. Da ich sie nicht gebührend beachte, wird ihre Gestik immer eindringlicher. Sie sieht mich an: „Mama…Mama…Mama“, streckt ihre kleine Hand nach oben und öffnet und schließt sie immer und immer wieder. Ich sehe nach oben, habe aber leider keine Ahnung, was sie mir sagen will. Also konzentriere ich mich auf unser nächstes Kurslied. Meine Kleine bleibt weiterhin beharrlich und in einer kurzen Pause macht mich unsere Kursleiterin darauf aufmerksam, dass Lily mir wohl versucht etwas zu sagen. Meine Tochter zeigt weiterhin unaufhaltsam ihr „Zeichen“ und als ich nach oben sehe, fällt es mir plötzlich wie Schuppen von den Augen. Dort an der Decke hängt eine Lampe, die übrigens in keiner Kursstunde jemals angeschaltet war. Diese war auf den ersten Blick für mich nicht als solche zu erkennen, aber mein kleines Mädchen hatte sie schon vor mir als solche entdeckt – ein toller Augenblick für mich und für Lily als ich ihr sagte: „Ja, mein Schatz, du hast Recht, da ist ein Licht“ und sie merkte, dass ich sie verstanden habe.

Das Zeichen für Licht wurde übrigens dann eines ihrer „Lieblingszeichen“ und wochenlang gefühlte hundert Mal jeden Tag benutzt.

So oder so ähnlich geht es den meisten, wenn ihr Kind das erste Mal ein Babyzeichen benutzt – erst Verwirrung, dann Begeisterung und dann unglaubliche Freude und Stolz.

Hallo, mein Name ist Sabine Adam und ich bin Mama einer babyzeichen-begeisterten kleinen Tochter mit Namen Lily. In meinem Vor-Mama-Leben war ich Tierärztin. Beide „Berufe“, Mama und Tierärztin, haben mir immer wieder bewusst gemacht, wie wichtig Kommunikation für uns Menschen ist. Dabei spielen die Worte häufig gar nicht die entscheidende Rolle. Gerade die nonverbale Kommunikation durch Gestik und Mimik vermittelt die wirkliche Botschaft. Ein Baby beginnt schon ab dem ersten Tag seines Lebens mit uns zu kommunizieren, und wir als Mamas und Papas „lernen“ innerhalb weniger Wochen die Sprache unserer kleinen Babys zu verstehen. Je älter unsere Kleinen dann werden, desto komplexer werden die Dinge, die sie uns mitteilen wollen. Leider „hängt“ das gesprochene Wort hier meist noch einige Zeit hinterher. Hier schlägt die Babyzeichensprache eine Brücke und ermöglicht unseren Kindern, Gefühle oder Bedürfnisse zu kommunizieren, für die Ihnen noch buchstäblich die Worte fehlen – was für ein Gewinn für beide Seiten.

Wie oft habe ich mir in meiner Tätigkeit als Tierärztin gewünscht, die Tiere könnten durch irgendein Hilfsmittel mit mir reden und mir sagen, was ihnen fehlt. So ein babyzeichen-machender Hund, das wär schon was. leider ist das wohl im Reich der Utopie anzusiedeln, aber wer weiß, vielleicht eines Tages ;)…..

Unser Familienleben hat sich durch die Zwergensprache zu einem unglaublich harmonischen Zusammenleben entwickelt und wir haben ein ausgeglichenes kleines Mädchen, das sich von uns verstanden fühlt und auf dessen Bedürfnisse wir eingehen können. Ich wünsche jedem Kind, dass es nicht „sprachlos“ bleiben muss, bis es die richtigen Silben in der richtigen Situation formen kann, sondern durch die Zwergensprache eine zusätzliche Möglichkeit der Kommunikation findet.